

- Die Charité erhält ein neues Zentrum
SCHLAGANFALLFORSCHUNG
Die Berliner Charité erhält in den kommenden fünf Jahren rund 25 Millionen Euro, um ein Zentrum für Schlaganfallforschung einzurichten. Das entschied das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) Ende 2007. Damit gehört die Charité zu den ersten beiden Gewinnern eines Wettbewerbs, mit dem das BMBF die Errichtung von integrierten Forschungs- und Behandlungszentren zu bestimmten Schwerpunkten fördert. Die Zentren sollen den Austausch zwischen grundlagen- und patientenbezogener Forschung stärken.
NEWS-TICKER
„Immer auf der Hut.“ Unter diesem Motto startete im Mai in Brandenburg eine Kampagne zur Vorbeugung von Hautkrebs im Vorschulbereich. Die Initiative ist eine Gemeinschaftsaktion des brandenburgischen Gesundheitsministeriums, des Ärzteverbands Öffentlicher Gesundheitsdienst, des Netzwerks Gesunde Kita und der AOK Brandenburg. Unterstützt wird die Aktion mit 10.000 Flyern und Sonnenkappen, die in Kitas verteilt werden.
+++ Jahr für Jahr helfen Ärzte im Ausland. So auch Dr. Marwan Sadek, Herzspezialist vom Sana-Herzzentrum Cottbus. Der gebürtige Palästinenser, der seit 1983 in Deutschland lebt und seit 2006 in Cottbus arbeitet, war im Februar für zwei Wochen im palästinensischen Ramallah, um Patienten mit Herzerkrankungen zu operieren. Zuvor war die Klinik in Ramallah ein halbes Jahr ohne Herzchirurg gewesen. Es war Sadeks dritter Hilfsaufenthalt im Nahen Osten.

- Weltpremiere: elektrophysiologisches Cockpit-System mit Navigator
IM COCKPIT DURCH GEFÄSSE UND HERZ
Gezielt in bestimmte Bereiche des Herzens vorfahren und in diese hineinsehen – für derartige Reisen ist das Deutsche Herzzentrum Berlin (DHZB) seit 2007 noch besser ausgestattet. Da hat es das weltweit erste sogenannte voll integrierte Elektrophysiologielabor mit Cockpit und Navigator in Betrieb genommen. Diese Technik kombiniert die Durchleuchtung und mehrdimensionale tomographische Schichtaufnahmen (aus Magnetresonanzoder Computertomographie). Die Kardiologen am DHZB nutzen das neue Verfahren vor allem, um per Katheter das Vorhoffl immern zu behandeln, das als Risiko für einen Schlaganfall gilt.

- Bildgebung und Therapie mit einem Gerät
NEUE STRAHLENTHERAPIE
Als erste Einrichtung in Berlin und Brandenburg verfügt das HELIOS Klinikum Berlin-Buch über die sogenannte Tomotherapie zur schonenderen und präziseren Bestrahlung von Tumoren. Das Gerät vereinigt die bildgebende Diagnostik (per Computertomographie) mit einem um den Patienten rotierenden Linearbeschleuniger, der die therapeutischen Strahlen erzeugt. Diese direkte Kopplung ermöglicht die permanente Anpassung der jeweils für ein bestimmtes Tumorareal optimalen Strahlendosis. Auch bewegliche Organe, die sich verschieben können, etwa die Prostata, werden so sehr präzise bestrahlt.
BERLINER WERDEN IMMER ÄLTER
Im Januar stellte die Berliner Senatsverwaltung für Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz den „Basis-bericht der Gesundheitsberichterstattung 2006/2007“ vor. Dieser gibt einen Überblick über den Gesundheitszustand der Hauptstadtbewohner. Demnach ist die durchschnittliche Lebenserwartung gegenüber den 90er Jahren bei Frauen um rund drei Jahre (auf 82,0 Jahre) und bei Männern um vier Jahre (auf 76,7) gestiegen. Laut Bericht wird das Gesundheitswesen zu einem immer wichtigeren Wirtschaft szweig. 2005 arbeiteten 181.500 Menschen in diesem Bereich – rund zwölf Prozent aller Erwerbs tätigen in Berlin. Zuwächse gab es vor allem im ambulanten Sektor sowie in der Pflege.
Der Bericht ist im Internet abrufbar.
WELTWEIT LIEGEN DIE ANDORRANER VORN

- Erst mal schlafen, das Leben ist noch lang
Auch wenn Deutsche immer älter werden – im globalen Vergleich gehört die Lebenserwartung der Neugeborenen in Deutschland nicht zur Spitzengruppe.Laut einer Statistik der Central Intelligence Agency (CIA) in den USA wird das internationale Ranking vielmehr von Andorra angeführt. Demnach können die 2007 in dem Pyrenäenstaat zur Welt Gekommenen mit durchschnittlich 83,52 Lebensjahren rechnen, die Mädchen unter ihnen sogar mit 86,62 Jahren.
Es folgen Macau (82,27 Jahre) und Japan (82,02). In Europa haben Neugeborene nur noch in Schweden (80,63), in der Schweiz (80,62), in Frankreich (80,59) und Island (80,43) eine Lebenserwartung über 80 Jahre. Deutschland liegt mit 78,95 Jahren auf Platz 32. Am Ende der CIA-Liste steht Swasiland mit 32,23 Jahren. Nur in ganz wenigen Staaten haben Jungen im Mittel ein längeres Leben vor sich als Mädchen, darunter Bhutan und einige Staaten im Süden Afrikas.

- Nachwachsende Herzmuskelzellen (v. r.n. l)
EIN HERZ FÜRS HERZ
US-Forschern ist es gelungen, ein funktionstüchtiges Herz aufzubauen. Dafür befreiten die Wissenschaft ler ein Rattenherz von allen Muskelzellen und trugen auf das verbliebene „Skelett“ aus Kammern, Klappen und Gefäßen neue Herzzellen auf. Aus diesen wuchs ein komplettes Organ heran, das schließlich auch zum Schlagen gebracht wurde. Jetzt wollen die Forscher das Experiment an Schweineherzen wiederholen. Fernes Ziel ist es, mit menschlichen Herzzellen und einem tierischen Herzgerüst implantationsfähige Herzen zu schaff en.

- Forscher machen Hautzellen zu Alleskönnern
DIABETES IN ZUKUNFT HEILBAR?
Wissenschaft ler können heute embryonale Stammzellen gewinnen, ohne dafür Embryos zu zerstören oder Eizellen zu benötigen: Forschern aus den USA und Japan ist es geglückt, ausgereift e menschliche Hautzellen in den Zustand der Pluripotenz zurückzuversetzen, der in etwa jenem von embryonalen Stammzellen entspricht. Sie erreichten diese Reprogrammierung durch Einschleusen bestimmter Gene in den Zellkern. Die Hoff nung der Forscher: mit dieser Art von Zellen jede Zell- oder Gewebeart des Körpers neu herzustellen und für therapeutische Zwecke nutzen zu können. Krankheiten wie Diabetes oder Morbus Parkinson wären dadurch eines Tages möglicherweise heilbar.


