
Rund 120 Krankenhäuser gibt es in den Bundesländern Berlin und Brandenburg. Über 1,2 Millionen Fälle werden dort jährlich behandelt. Vom Knochenbruch bis zum Kunstherz ist alles dabei

- Das Operationsgeschehen direkt auf dem Bildschirm. Chirurgen am Unfallkrankenhaus Berlin nutzen modernste Verfahren
Mehr als 3000 Menschen werden täglich in einem Berliner oder Brandenburger Krankenhaus aufgenommen, um sich dort behandeln zu lassen. Im Schnitt sind das jede Minute zwei neue Fälle. Das kann mal ein Beinbruch sein, mal eine Blinddarmentzündung, es kann aber auch die Operation eines Blasentumors bevorstehen oder die Therapie einer schweren Brandverletzung. In der Mehrzahl dieser jährlich über 1,2 Millionen Fälle geht es um Behandeln und Heilen, doch manchmal ist der Anlass auch ein durch und durch erfreulicher, denn auch Entbindungen werden natürlich in der nüchternen Gesamtstatistik mitgerechnet. Allein in Berliner Kliniken kamen zuletzt jährlich über 30.000 Kinder zur Welt.
Aber das ändert nichts daran: In den 72 Berliner und 47 Brandenburger Krankenhäusern geht es vor allem darum, Krankheiten und Verletzungen zu behandeln, Menschen zu versorgen, die Gesundheit wiederherzustellen und nicht selten sogar, Menschenleben zu retten.
Manchmal ist der Weg in die Klinik klar vorgezeichnet, man hat eine Empfehlung oder Überweisung vom Haus- oder Facharzt, bekommt einen Termin und findet sich ein. Doch es gibt auch Fälle, in denen für langwierige Abwägungen und einen Entscheidungsprozess mit Patientenbeteiligung gar keine Zeit bleibt. Fälle, in denen jede Sekunde zählt – Notfälle. Von diesen zeugen jene eiligen Rettungswagen, denen man auf der Straße Platz macht, ebenso wie die Hubschrauber, die man im Anfl ug auf eine Klinik beobachtet. Fast 700-mal im Jahr senkt sich ein solcher Hubschrauber im Süden des Berliner Bezirks Marzahn ab, dort, wo sich an der Warener Straße das Unfallkrankenhaus Berlin (ukb) befindet. Hinter jeder dieser Landungen verbirgt sich ein Schicksal, eine eigene Geschichte.

- 48.000 Notfälle werden jährlich im Unfallkrankenhaus in Berlin-Marzahn behandelt. Fast 700 dieser Fälle erreichen die Klinik per Hubschrauber
Unfallkrankenhaus Berlin
538 Betten
990 Mitarbeiter,
davon 190 Ärzte
jährlich rund 75.000 Fälle,
davon 20.000 stationär.
Darunter mehr
als 40.000 Notfälle.
insgesamt 17 Kliniken
bzw. Fachabteilungen,
darunter das Zentrum
für Schwerbrandverletzte
mit Plastischer
Chirurgie.
Das ukb ist
auch Lehrkrankenhaus
der Charité.
Info:
www.ukb.de
IM NOTFALL DA – NICHT NUR AM 2. APRIL

- Die Rehabilitation ist fester Bestandteil der Versorgung am Unfallkrankenhaus Berlin. Zum Angebot zählen dabei Bewegungsübungen in dem neun mal 16 Meter großen Schwimmbecken. So sollen Selbstständigkeit und eine möglichst hohe Lebensqualität hergestellt werden
Vorangegangen sind oft Sport-, Verkehrs-, Arbeits - oder andere Unfälle. Ereignisse, die ein Leben von einem Moment auf den anderen verändern – und zum Teil sogar beenden würden, wenn niemand da wäre, der helfen würde. Einen solchen Moment erlebten am 2. April 2004 Christoph Schröter und Matthias Kühnen. An jenem Freitag fuhren die beiden Feuerwehrleute zu einem Einsatz in Berlin-Moabit.
Ein Wohnungsbrand im ersten Stock. Die beiden durchkämmen das Haus, doch plötzlich schneiden die Flammen ihnen den Rückweg ab. Auch zum Dachstuhl hin gibt es kein Entkommen, eine dicke Stahltür versperrt diesen Weg. Schröter habe, so sagt er später, schon den Tod gespürt. Doch dann ist unter dem Fenster plötzlich ein Sprungkissen da, und die beiden retten sich. Vor dem Absprung setzen sie sich jedoch auf den Fenstersims. Dass dieser aus Metall und glühend heiß ist, nehmen die beiden in dem Moment gar nicht wahr. Erst später werden sie erfahren, dass sich das heiße Aluminium durch ihre feuerfeste Kleidung bis auf die Haut durchgefressen hat. Bei Schröter kommt noch hinzu, dass er zu weit springt und von der Kante des Sprungkissens direkt auf die Straße schlägt.
Schröter und Kühnen werden direkt ins ukb gebracht. Schröter weist zahlreiche Frakturen auf, 14 Prozent der Körperoberfläche sind von den Verbrennungen betroffen, bei Kühnen sind es sogar 38,5 Prozent. Eine umfangreiche Therapie beginnt, an der vor allem das Brandverletztenzentrum (BVZ) beteiligt ist, eine von insgesamt 17 ukb-Fachabteilungen. Wegen der Kompetenz des BVZ gilt der Versorgungsauftrag des ukb bei der Behandlung von Schwerbrandverletzten nicht nur für Berlin und das Umland, sondern für ganz Norddeutschland.
Erst nach 47 (Schröter) beziehungsweise 67 (Kühnen) Tagen können die beiden Feuerwehrleute die Klinik wieder verlassen. In der Zwischenzeit haben sie nicht nur die therapeutischen Fähigkeiten am ukb kennengelernt, sondern auch die intensive Rehabilitation. „Unfallkrankenhaus, das klingt zunächst natürlich nach Akutversorgung und Sofortmaßnahmen“, so Professor Dr. Axel Ekkernkamp, der Geschäftsführer des ukb, „aber es gehört zu unseren Prinzipien, die Patienten während der gesamten Versorgung zu begleiten, also so lange, bis sie wieder in ihren normalen Alltag zurückkehren können.“
Zu diesem Zweck gibt es auch eigene Abteilungen etwa für physikalische Therapie und Rehabilitation (kurz Reha) und auch für Psychotraumatologie, wo Patienten nach schweren Unfällen geholfen wird, Traumata zu verarbeiten.
„Allein in unserer Abteilung für physikalische Therapie und Rehabilitation arbeiten rund 60 Mitarbeiter aus unterschiedlichsten Berufsfeldern“, erklärt Ekkernkamp. „Physio- und Ergotherapeuten sind ebenso darunter wie Logopäden, Linguisten, Sportlehrer, Masseure und medizinische Bademeister.“ Die „Reha“ arbeitet mit allen anderen Fachabteilungen im ukb eng zusammen. Neben dem BVZ sind das unter anderem die Klinik für Unfall- und Wiederherstellungschirurgie, die Abteilung für Hand-, Replantations- und Mikrochirurgie oder auch das Behandlungszentrum für Rückenmarkverletzte. Von den jährlich knapp 20.000 im ukb stationär behandelten Fällen entfallen über 5000 auf die Klinik für Unfall- und Wiederherstellungschirurgie.
All diese Kliniken vereint ein Umstand, der sie von anderen Krankenhäusern unterscheidet:
In einer Unfallklinik kann man nur bedingt Operationspläne machen und sich auf einen Eingriff vorbereiten. Jeden Moment kann ein Notfall eingeliefert werden, den es dann sofort zu behandeln gilt. In vielen der 17 Abteilungen steht daher rund um die Uhr Personal bereit, um eine Erstversorgung einleiten zu können, manchmal auch eine sofortige Operation.
Aber nicht jeder der 75.000 Fälle, die jährlich im ukb behandelt werden, geht auf einen Unfall zurück. „Auch wenn wir den ‚Unfall‘ im Namen führen, so sind wir neben der Versorgung unfallverletzter Patienten auch für die ganz allgemeine Versorgung der Bevölkerung zuständig“,
betont Ekkernkamp den „doppelten Versorgungsauftrag“, mit dem das ukb 1997 den Betrieb aufnahm. Dabei wirkt die Einrichtung weit über die Grenzen Berlins und auch überregional. So stammen zwar 75,9 Prozent der Patienten aus der deutschen Hauptstadt und 20,1 weitere Prozent aus Brandenburg, aber der Rest eben auch aus anderen Regionen.

- Wie im Schloss: Genesung inmitten einer Architektur, die Schutz und Geborgenheit ausstrahlt. Schon vor 100 Jahren galt das Klinikensemble, in dem sich heute das DHZB befindet, als größtes und modernstes Krankenhaus des deutschen Kaiserreichs
Deutsches Herzzentrum Berlin
162 Betten,
zzgl. 150 Betten im
Paulinenkrankenhaus
1.100 Mitarbeiter,
davon 190 Ärzte
jährlich rund 25.000 Patienten
(davon ein Drittel stationär)
jährlich rund 3.500 Operationen
am offenen Herzen
jährlich bis zu 100 Herztransplantationen
jährlich rund 500 Herzoperationen bei
Früh- und Neugeborenen
jährlich über 5.000 diagnostische
oder therapeutische Herzmaßnahmen
per Katheter
Info:
www. dhzb.de
HOFFNUNG FÜR KRANKE HERZEN
Mit Patienten überregionaler oder gar internationaler Herkunft kennt man sich auch am Deutschen Herzzentrum Berlin (DHZB) bestens aus. Wie groß das Einzugsgebiet ist, beweist schon der Blick auf die Webseite des Zentrums. Neben den Sprachen Deutsch und Englisch wird diese auch in einer russischen und einer arabischen Version angeboten.
Es ist ziemlich genau 25 Jahre her, dass der Berliner Senat beschloss, im Berliner Bezirk Wedding ein überregionales Herzzentrum zu errichten. Zu Beginn als rein herzchirurgische Klinik gedacht, sorgten bahnbrechende Neuerungen auf dem Gebiet der Herzkatheterdiagnostik und -therapie noch während der Planungsphase dafür, auch eine Abteilung für kardiologische Kathetereingriffe in das Zentrum zu integrieren.
Anfang 1986 nahm das DHZB seinen Betrieb auf, und schon zwei Jahre später wurde es um eine Klinik speziell für Kinder erweitert. Bis heute arbeitet das Zentrum mit dieser organisatorischen Dreiteilung in die Bereiche Chirurgie, Kardiologie sowie Kinderkardiologie. Wie im Unfallkrankenhaus, so geht es auch im DHZB häufig um Leben und Tod. Das liegt in der Natur der Sache, wenn man sich auf dieses Organ, den Lebensmotor schlechthin, spezialisiert. Und so hat das DHZB in seiner nunmehr 22-jährigen Tätigkeit zahllosen Menschen das Leben gerettet oder zumindest ein längeres Leben beschert. Über 60.000-mal wurde am offenen Herzen operiert, mehr als 1600-mal bekam ein Patient ein Kunstherz implantiert. 1990 gab es dabei eine besondere Premiere. Zum ersten Mal weltweit erhielt ein Kind ein Kunstherz. Das ist nur eine von zahlreichen Weltpremieren, die das – als Stiftung des bürgerlichen Rechts geführte – DHZB in seiner Geschichte auflisten kann.

- Rund 3500 Operationen unter Einsatz der Herz-Lungen-Maschine werden jährlich am DHZB durchgeführt. Eine besondere Spezialität des Ärztlichen Direktors Prof. Dr. Roland Hetzer (l.) ist die Mitralklappen-Rekonstruktion. Sie hilft, diese Herzklappe zu erhalten
Kunstherzen sind eigentlich nur die zweitbeste Lösung. Besser wäre ein echtes, ein Spenderherz. Auch solche Herztransplantationen erfolgen am DHZB, jährlich bis zu 100-mal. Doch es herrscht Mangel an Spenderherzen. Und wenn ein passendes Spenderorgan fehlt, dann wird ein Kunstherz oft zur einzigen Hoffnung – solange, bis es vielleicht doch einen Spender gibt. Bei der Entwicklung von Kunstherzen hat das DHZB einst Pionierarbeit geleistet. Und bis heute unterhält das Zentrum das weltweit größte Programm an Kunstherzen – mehr als ein Dutzend unterschiedliche Herztypen hält das DHZB bereit.
Herztransplantationen und Kunstherzimplantationen sind aber nur ein kleiner Ausschnitt aus dem Leistungsspektrum. Weit häufiger unter den jährlich fast 25.000 Behandlungsfällen sind beispielsweise Bypass- und Herzklappenoperationen, die meisten davon bei mehrfach voroperierten Hochrisikopatienten – oder solche bei angeborenen Herzfehlern. In rund 500 Fällen sind die Patienten ganz klein – oft noch Frühgeborene und Säuglinge. Damit leistet das DHZB einen großen Beitrag dazu, dass inzwischen rund 90 Prozent der jährlich etwa 6000 Neugeborenen mit einem angeborenen Herzfehler das Erwachsenenalter erreichen werden oder sogar die Chance auf eine normale Lebenserwartung bekommen; ohne die moderne medizinische Behandlung läge diese Quote bei lediglich 30 Prozent.
Zu den besonderen Expertisen am DHZB zählen auch Aortenoperationen im herznahen Brust- und Bauchraum. Diese Eingriffe, bei denen zum Beispiel Risse, Spaltungen oder sogenannte Aussackungen der Gefäßwand operiert werden, erfordern hohes chirurgisches Geschick. Zum Teil wird für solche Operationen gezielt der Kreislauf stillgelegt und die Körpertemperatur des Patienten mit Hilfe einer Herz-Lungen-Maschine auf etwa 16 Grad Celsius gesenkt, um Funktionen von Hirn, Rücken und Herz zu schützen. Aortenoperationen zählen zu den umfangreichsten in der gesamten Chirurgie.
Wer als Patient ins DHZB kommt, hat in der Regel eine lange Behandlungsvorgeschichte hinter sich. „Wir sind ja kein typisches Zentrum für die Erstversorgung“, so DHZB-Direktor Prof. Dr. Roland Hetzer. „In vielen Fällen sind wir für die, die zu uns kommen oder geschickt werden, so etwas wie die letzte Hoffnung.“ Von den jährlich etwa 8000 Patienten, die stationär aufgenommen werden, haben viele auch rein entfernungsmäßig einen weiten Weg hinter sich. „Etwa fünf Prozent der Patienten kommen aus dem Ausland, zum Beispiel aus den Vereinigten Arabischen Emiraten, aus Russland oder sogar aus Japan“, so Hetzer. Das zeigt auch: Das DHZB ist international nicht nur bekannt, sondern renommiert.
Eine überregionale Reichweite ist natürlich insbesondere spezialisierten Fachkliniken vorbehalten. Die gibt es naturgemäß vor allem in einer Stadt wie Berlin. Weitere Beispiele neben dem DHZB sind etwa die Evangelische Lungenklinik Berlin oder die Augenklinik Berlin-Marzahn. Aber die Mehrzahl der rund 120 Krankenhäuser in Berlin und Brandenburg hat einen ganz anderen Versorgungsauft rag, nämlich den der Grundversorgung für die lokale Bevölkerung. Dass die auch im Flächenbundesland Brandenburg gewährleistet ist, dafür sorgen vor allem jene Krankenhäuser, die per Dekret für die Grundversorgung zuständig sind. Und die besteht darin, die Menschen „bei den am häufigsten auftretenden Krankheiten wohnortnah zu versorgen“. Das erstreckt sich vom Beinbruch bis zur Blinddarmoperation, von der Lungenentzündung bis zum Leistenbruch.

- Gut versorgt, auch in der Kleinstadt. Das Sana Krankenhaus Templin bietet alles, was die Grundversorgung der 30.000 Menschen im Einzugsbereich erfordert. Und sogar noch manches mehr
Sana Krankenhaus Templin
122 Betten
140 Mitarbeiter (davon 20
Ärzte)
jährlich über 12.000 Patienten,
davon etwa 5.000 stationär
zusätzlich zur Grundversorgung
(mit Innerer Medizin, Chirurgie und
Anästhesie-Intensivtherapie)
spezielles Angebot in
Pädiatrie und Physiotherapie.
Außerdem mit
Frühchenversorgung.
Info:
www.sana-kt.de
GUT VERSORGT – UND DAS IMMER GANZ NAH
47 Brandenburger Krankenhäuser garantieren im Flächenland diese Grundversorgung und bieten insgesamt 16.000 Betten für die stationäre Versorgung. Etwa 15 dieser Kliniken bieten über die Grundversorgung hinaus noch spezielle Leistungen in einzelnen oder auch mehreren medizinischen Gebieten an. Im Fachjargon heißt das dann, je nach Umfang, Regel- oder sogar Schwerpunktversorgung. Auch für die medizinische Ausbildung sind solche Einrichtungen mitunter zuständig.
„Das Netz in Brandenburg ist insgesamt so dicht, dass niemand weiter als 30 Kilometer oder 30 Fahrminuten vom nächsten Krankenhaus entfernt sein sollte“, erklärt Dr. Dieter Borchmann, Geschäftsführer der Landeskrankenhausgesellschaft Brandenburg in Potsdam. Borchmann betont, dass es „fast keine medizinische Leistung gibt, die es in Brandenburg nicht gibt“. Selbst manche Spezialeingriffe, etwa Bypass- oder Herzklappenersatz-Operatio nen seien an zwei Kliniken möglich – im Sana-Herzzentrum Cottbus sowie im Herzzentrum in Bernau. Eine der wenigen Ausnahmen, in denen sämtliche Brandenburger Kliniken dann aber doch passen müssen, seien Organtransplantationen. „Wer auf eine neue Niere, ein Herz oder eine Leber angewiesen ist, der muss zu den einschlägigen Adressen in Berlin.“
Generell habe Brandenburg, wie alle neuen Bundesländer, stark von den Investitionszuwendungen der 1990er Jahre profitiert und dabei viele „sehr, sehr gute Kliniken aufb auen können“, betont Borchmann. Und so sei das Wanderungsverhalten von Patienten zwischen Brandenburg und Berlin keinesfalls einseitig. Vielmehr sei es einigen Häusern in Brandenburg gelungen, mit ihren Angeboten auch Pa tien ten aus Berlin und sogar anderen Bundesländern anzulocken, so etwa die Hellmuth-Ulrici-Fachklinik für Orthopädie in Sommerfeld. Insgesamt kommt etwa jeder 50. Patient, der in Brandenburger Kliniken behandelt wird, aus Berlin. In einigen Einrichtungen allerdings erreicht der Anteil Berliner Gäste am gesamten Patientenaufkommen sogar 20 Prozent oder mehr, so etwa in der Asklepios Klinik Birkenwerder, in den – auf Bewegungsstörungen und Morbus Parkinson spezialisierten – Kliniken Beelitz oder in der Epilepsieklinik Tabor.
Ein Krankenhaus, das ausschließlich für die Grundversorgung der knapp 30.000 Menschen in seiner näheren Umgebung zuständig ist, ist das Sana Krankenhaus Templin. Wie bei allen Häusern mit reiner Grundversorgung gibt es Abteilungen für innere Medizin, für Chirurgie, Anästhesie sowie für Geburtshilfe. Hinzu kommen in Templin noch die Kinder- und Jugendmedizin und die Physiotherapie. „Eine hochmoderne Intensivmedizin, unsere gute personelle Ausstattung bei Gefäß-, Unfall- und innerer Chirurgie erlauben uns außerdem in vielen Fällen eine Versorgung, die über die ganz grundsätzlichen Leistungen hinausgeht“, erklärt Dieter Banken, Pflegedirektor der Templiner Sana-Einrichtung.
Natürlich kann eine Klinik wie die in Templin nicht alles abdecken. „Für solche Fälle gibt es Kooperationen mit anderen Häusern“, so Banken. Bestimmte Unfälle etwa werden ans ukb in Berlin überführt, für Herzkatheter-Eingriff e gelten Kliniken in Schwedt oder Eberswalde als nächste Anlaufstation, für Tumorbestrahlungen die in Eberswalde. „Grundsätzlich hängen solche Überweisungen, je nach Dringlichkeit, aber immer auch davon ab, wo gerade ein Bett oder auch ein Spezialist verfügbar ist“, so Banken.

- 1973 als Kreiskrankenhaus in Betrieb gegangen, firmiert das einzige Krankenhaus in Schwedt seit Januar 2007 als Asklepios Klinikum Uckermark. Zum Einzugsgebiet zählt mit der Uckermark der – flächenmäßig – größte Landkreis Deutschlands
ASKLEPIOS Klinikum Uckermark
507 Betten
970 Mitarbeiter, davon
115 Ärzte
jährlich rund 92.000
Fälle, davon 17.000
stationär
insgesamt 13 Kliniken.
Zusätzlich zur Grundversorgung
Schwerpunkte
bei Kardiologie,
Onkologie, Orthopädie,
Unfallchirurgie und
Neurologie.
Info:
www.asklepios.com/schwedt
LEISTUNGSSTARK – AUCH AM RANDE DER REGION
Nicht selten ist dies das Asklepios Klinikum Uckermark in Schwedt, etwa eine halbe Autostunde östlich von Templin. Das 35.000-Einwohner-Städtchen liegt direkt an der Oder, auf der anderen Seite beginnt schon Polen. Das Asklepios Klinikum ist das einzige Krankenhaus am Ort. Knapp 1000 Mitarbeiter bieten, auf 14 Abteilungen verteilt, eine Versorgung, die im Fachjargon als Schwerpunktversorgung firmiert – und damit in einigen festgelegten Bereichen über die Grundversorgung hinausgeht. Damit ist die Klinik auch Anlaufstation für überregionale Fälle – zum Beispiel aus dem Raum Templin.
Das gilt etwa für kardiologische Eingriffe. „Wir sind die leistungsstärkste Herzeinrichtung in Nordostbrandenburg“, sagt der Geschäftsführer des Schwedter Klinikums Michael Jürgensen nicht ohne Stolz. Erst im Sommer 2007 sei die Ausstattung der kardiologischen Abteilung um einen sogenannten Linksherzkatheter-Messplatz erweitert worden. „Damit haben wir jetzt noch mehr Möglichkeiten bei der Akutbehandlung von Herzinfarktpatienten“, so Jürgensen. Die neue Anlage helfe darüber hinaus auch, wenn es darum gehe, verengte Herzkranzgefäße aufzuweiten.
Und sollten auch die Fachärzte in Schwedt wirklich mal an die Grenzen ihrer Möglichkeiten stoßen, etwa dann, wenn eine Bypass-Operation angezeigt ist, dann können auch sie auf Kooperationspartner zugreifen. „Wir pflegen zum Beispiel eine enge Zusammenarbeit mit dem Herzzentrum Bernau und auch mit einigen Berliner Kliniken, so dass wir Patienten direkt überweisen können“, so Jürgensen. Zu den herausragenden Einrichtungen in Schwedt zählen außerdem die Gynäkologische Klinik sowie die Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie. „Unsere Patienten kommen daher nicht nur aus Schwedt oder dem Landkreis Uckermark, sondern zum Teil auch aus den Nachbarkreisen Barnim oder Märkisch-Oderland und aus Mecklenburg-Vorpommern, mitunter sogar aus Polen zu uns“, so Jürgensen. Insgesamt nutzten 2007 fast 93.000 Patienten das Angebot des Krankenhauses.
Ein Krankenhaus-Aufenthalt bringt nicht nur Heilung, sondern manchmal eine neue Sicht auf das Leben. Dabei spielt auch die Qualität der Für- und Nachsorge eine wichtige Rolle. Deren Intensität haben auch Christoph Schröter und Matthias Kühnen kennengelernt. Der Fall der beiden Feuerwehrleute ist in dem Buch „Leben eben“ beschrieben, das das ukb 2007 heraus brachte. Darin sagt Schröter etwas Erstaunliches: „Auf der Brandintensivstation des ukb habe ich eine der besten Zeiten meines Lebens verbracht.“ Und Kühnen fügt hinzu: „Die Ursache wünsche ich keinem, aber die Erfahrung, dort gewesen zu sein, macht einen anderen Menschen aus dir. Ich bin froh, das erlebt zu haben.“


