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"Der Fortschritt ist eine Schnecke", hatte Literaturnobelpreisträger Günter Grass festgestellt. Und der deutsche Arzt Dr. Rudolf Virchow, Begründer der Zellularpathologie, wusste es sogar noch etwas genauer: "Zwei Dinge pflegen den Fortschritt der Medizin aufzuhalten: Autoritäten und Systeme." Beide hatten sicherlich gute Gründe, ein derartiges Urteil zu fällen.

Doch inwiefern es tatsächlich der Realität entspricht, hängt wohl auch in starkem Maße von Standpunkt und Erwartungshaltung des Betrachters ab. Tatsache ist: In kaum einem anderen gesellschaftlichen Bereich vollzieht sich Fortschritt so schnell wie im Gesundheitsbereich. Zugegeben: Viele große Herausforderungen sind noch zu bewältigen,
aber Fortschritt bewegt sich oft in kleinen Schritten. Weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit. Erst wenn man die vielen kleinen Errungenschaften aneinanderreiht, bemerkt man, dass man auch mit kleinen Schritten eine ungeheure Strecke zurücklegen kann.

Zum Beispiel im Hinblick auf das große Rätsel Morbus Alzheimer. Von einer Heilung ist man hier immer noch entfernt. Aber die Krankheit früher und besser zu diagnostizieren ist für die Betroffenen ein Riesenschritt in Richtung auf eine optimale Behandlung. Oder die Fernüberwachung von herzkranken Risikopatienten. Im Handy-Zeitalter, so scheint es, eine kleine Sache. Aber ob sie Menschen sogar vor dem Tod bewahren kann, soll jetzt eine Studie klären. Oder die neue Haut aus der Sprühflasche, die Schwerbrandverletzten
dann helfen kann, wenn die Zeit nicht mehr alle Wunden heilt.


All dies zählt zum täglichen Fortschritt in der Medizin. Wie er in der Gesundheitsregion Berlin-Brandenburg zur Anwendung kommt. Jeden Tag aufs Neue. Und es geht immer weiter. Denn vermutlich ist der Fortschritt eben doch keine Schnecke.