

- Basis für eine optimale Therapie von Krankheiten ist eine gute Diagnose
health+ spezial: Knochenarbeit
Neue Techniken für Alte Probleme
Weil sich die Erkenntnisse in der Medizin immer weiter entwickeln, müssen sich auch die Operationstechniken anpassen. Darauf haben sich die Kliniken in der Gesundheitsregion Berlin-Brandenburg eingestellt. Von dort kommen mittlerweile viele Innovationen, die für die Expertise ihrer Entwickler sprechen.
Egal, ob an Nase, Hüfte oder Wirbelsäule – in modernen Kliniken sind heute Eingriffe möglich, die es vor kurzem noch nicht gab. Mitunter wurdensie direkt im eigenen Haus entwickelt
Das stärkt den Rücken

- Rückenschmerzen? Mitunter sorgt erst eine Operation für Linderung. Künstliche Bandscheiben, einst von Prof. Dr. Karin Büttner-Janz mit- entwickelt, haben dabei schon oft geholfen. Jetzt hat sie eine weitere Innovation eingeführt: künstliche Wirbel- bogengelenke
Und auch in der Wirbelsäulenprothetik geht die Entwicklung immer weiter. Es war der 30. September 2008, als an der Berliner Vivantes-Klinik für Orthopädie im Stadtteil Friedrichshain eine neue Operationsmethode in diesem Bereich ihre Premiere feierte. Zum ersten Mal überhaupt wurde einem Patienten, der bereits eine künstliche Bandscheibe besaß, ein künstliches Wirbelbogengelenk eingebaut. „Bisher waren wir in solchen Fällen in der Regel gezwungen, den betroffenen Wirbelsäulenbereich zu versteifen“, erklärt Prof. Dr. Karin Büttner-Janz, Chefärztin an der Klinik und eine der Ausführenden der historischen Operation. Mit „solchen Fällen“ meint die Orthopädin Patienten mit Rückenleiden, die zunächst eine konservative, also nichtoperative Therapie erhalten haben, später dann minimalinvasiv operiert werden mussten, bei denen der schmerzhafte Verschleiß der sogenannten Wirbelbogengelenke aber weiter vorangeschritten ist. Die US-amerikanische Firma Archus hat dazu die künstlichen Gelenke entwickelt, die nun in Berlin implantiert wurden.
Es ist durchaus kein Zufall, dass eine solche Premiere ausgerechnet an der Vivantes-Klinik
für Orthopädie erfolgte. Chefärztin Büttner-Janz hat ihre Karriere vor über 20 Jahren an der Charité mit der Mitentwicklung der ersten künstlichen Bandscheibe überhaupt begonnen, über die sie schließlich auch habilitierte. Bis heute kommt diese sogenannte „Charité Artificial Disc“, die aus zwei Metallplatten und einem leicht elastischen Kunststoffkern besteht, im Bereich der Lendenwirbelsäule zum Einsatz. Im Laufe der Jahre ist das Spektrum an künstlichen Bandscheiben weiter gewachsen, und heute stehen
Implantate auch aus anderen Materialien sowie für andere Wirbelsäulen-Abschnitte zur
Verfügung. Dieses Arsenal hat in vielen Fällen geholfen, das früher übliche Versteifen von
Bandscheiben zu verhindern – und damit die Beweglichkeit zu erhalten.
Der relativ aufwendige Einsatz solcher Implantate ist zum Beispiel dann angezeigt, wenn Bandscheibenverschleiß zu Schmerzen führt, die mit konservativen Methoden nicht mehr ausreichend zu lindern sind. Oder wenn es nach einer operativen Entnahme von Bandscheibengewebe erneut zu Schmerzen kommt. Dann muss zusätzlich stabilisiert werden – etwa mit einer künstlichen Bandscheibe. Wenn sich nach deren Einbau allerdings erneut Beschwerden einstellen, dann können die Wirbelbogengelenke die Ursache sein. Bisher war spätestens das ein Anlass zum Versteifen oder auch Veröden. Doch genau hier kommt der an der Vivantes-Klinik vorgeführte Einsatz künstlicher Wirbelbogengelenke als Alternative ins Spiel.
Nach der Entwicklung der Charité Artificial Disc erneut eine Innovation in Sachen Wirbelsäulenprothetik aus Berlin, in diesem Fall in Form einer direkten Operation. Orthopäden können sich über Mangel an Arbeit im Bereich der Wirbelsäule kaum beklagen. Ein Großteil der Bevölkerung bekommt es irgendwann mit Rückenproblemen zu tun. Auch wenn sich diese in vielen Fällen konservativ beheben lassen, werden die Beschwerden nicht selten so stark, dass die Betroffenen um eine Operation an der Wirbelsäule nicht herumkommen.
Dann muss zum Beispiel erkranktes Bandscheibengewebe entfernt werden, damit dieses nicht länger auf Nervenwurzeln drückt und starke Schmerzen, Lähmungen oder sogar Inkontinenz verursacht. Allein an den Berliner Kliniken wurden im Jahr 2006 knapp 3000 Eingriffe wegen eines solchen Bandscheiben- vorfalls im Bereich der Lendenwirbelsäule durchgeführt, über 400 davon an Vivantes-Kliniken.
Infos unter:
www.vivantes.de/web/einrichtungen/kfh_orthopaedie.htm



