

- Basis für eine optimale Therapie von Krankheiten ist eine gute Diagnose
health+ spezial: Knochenarbeit
Neue Techniken für Alte Probleme
Weil sich die Erkenntnisse in der Medizin immer weiter entwickeln, müssen sich auch die Operationstechniken anpassen. Darauf haben sich die Kliniken in der Gesundheitsregion Berlin-Brandenburg eingestellt. Von dort kommen mittlerweile viele Innovationen, die für die Expertise ihrer Entwickler sprechen.
Egal, ob an Nase, Hüfte oder Wirbelsäule – in modernen Kliniken sind heute Eingriffe möglich, die es vor kurzem noch nicht gab. Mitunter wurdensie direkt im eigenen Haus entwickelt
Knorpel made in Teltow
Knorpel wächst nicht nach. So jedenfalls glaubte man lange Zeit. Inzwischen weiß man es besser.
Die Firma co.don in Teltow hat sogar ihr Geschäftsmodell auf der Vermehrung von Knorpelzellen aufgebaut. Diese Technik nutzt das 1993 gegründete Unternehmen, um Patienten mit Knorpeldefekten etwa in Knie, Hüfte, Ellenbogen, Schulter oder Sprunggelenk
sowie nach Bandscheibenvorfällen eine besondere Option zu bieten: den Einbau von nachgezüchtetem körpereigenem Knorpelgewebe.
In der Wirbelsäulen-Chirurgie ist damit eine neue Möglichkeit entstanden, weiteren Verschleiß zu verhindern und das Notwendig- werden von Bandscheiben-Implantaten bestenfalls sogar zu vermeiden.
Damit die Teltower Firma loslegen kann, benötigt sie eine operativ entnommene Probe der Knorpelmasse oder der Bandscheibe, nebst 200 Millilitern Blut desselben Patienten. In dem Serum werden die natürlichen Zellen zur Teilung angeregt. „Auf Fremdstoffe wie Antibiotika, Wachstumsfaktoren oder Fungistatika verzichtet das Unternehmen beim routinemäßigen Herstellungsverfahren“, betont Vilma Siodla, Geschäftsführerin und Herstellungsleiterin von co.don. Und auch gentechnische Methoden oder Wachstumsfaktoren kämen generell nicht zum Einsatz.

- Integrierte Isolator-Technologie (IIT) heißt die preisgekrönte Technik, mit der co.don Zellmaterial aus- schließlich nach einem Reinraum-im-Reinraum-Prinzip bearbeitet
Gegenüber dem Einbau fremden Gewebes oder künstlichen Materials hat körpereigenes Zellmaterial den Vorteil, dass keinerlei Abstoßungsreaktionen zu erwarten sind. „Wir züchten die besten Zellen – Ihre eigenen“, heißt daher auch ein Slogan von co.don.
Experten sprechen beim Einschleusen von Zellmaterial, das aus körpereigenen Zellen gewonnen wurde, von einer „autologen Zelltransplantation“. Innerhalb weniger Wochen haben die co.don-Mitarbeiter aus dem Ausgangsmaterial genügend neue Knorpelzellen gewonnen, die dann für eine Transplantation bereitstehen. Seit 1997 besitzt co.don die entsprechende Herstellerlaubnis für körpereigene Knorpelzelltransplantate. Die Produktion erfolgt dabei nach den strengen Regularien für die Herstellung von Arzneimitteln.
co.don hat einiges investiert, um die Zellvermehrung unter absolut reinen Bedingungen
durchführen zu können. Ein „Reinraum im Reinraum“ sorgt dafür, dass die Zellen während
der gesamten Bearbeitung absolut keinen Kontakt mit der Außenwelt haben. Selbst die co.don-Mitarbeiter im umgebenden Reinraum sind bei all ihren Handgriffen immer durch das isolierende Material ihrer Spezialhandschuhe von den zu vermehrenden Zellen im inneren Reinraum getrennt. Eine Reihe von klinischen Studien hat den Einsatz der co.don-Produkte vorbereitet. Parallel hat das Unternehmen seine Produkte permanent weiterentwickelt. Wurde anfangs noch eine hochkonzentrierte Zelllösung injiziert, produziert man seit 2004 für die Anwendung in Knie, Hüfte oder Schulter kugelförmige Knorpelzellverbände. Die werden von den Chirurgen dann zielgenau in die Gelenke eingesetzt – und füllen die dortigen Fehlstellen optimal aus.
Die weltweit einzigartigen Produkte der Teltower sind längst auch im europäischen Ausland gefragt. Da es sich dabei um „lebende Zellen“ handelt, die eine definierte Handhabung erfordern, verfügt co.don eigens über ein zertifiziertes Logistikprogramm, nach dem der Knorpel derzeit bis nach Griechenland gelangt.
Infos unter:
www.codon.de


