
Der Rüttel-Effekt
Eine vibrierende Platte verspricht Ganzkörperfitness mit minimalem Zeitaufwand

- Die feinen Vibrationen der Platte erreichen alle Körpermuskeln – und trainieren sie in Minimalzeit
Durch und durch fit sein – bei nur zehn Minuten Training pro Woche. Wer sich so etwas in der Vergangenheit wünschte, der wurde höchstens mitleidig belächelt. Ohne hartes Training im Fitness-Studio – und zwar mehrere Stunden pro Woche – gibt es weder Fitness noch Muskelaufbau. So lautete zumindest die gängige Meinung. Die ist jetzt durch eine neue Trainingsmethode stark ins Wanken geraten. Gemeint ist das Training auf dem sogenannten VibroGym (ehemals „Power Plate“). Es verspricht maximale Fitness bei minimalem Zeiteinsatz. Und viele weitere gesundheitliche Vorteile mehr (siehe Kasten). So geht es: Auf der VibroGym-Platte stehend oder liegend nimmt der Trainierende bestimmte Haltungen ein. Zum Beispiel stellt er ein Bein auf die Platte und das andere leicht gebeugt davor auf den Boden. In der jeweiligen Position verbleibt er ein bis zwei Minuten oder führt kurze Bewegungsabläufe durch. Währenddessen erzeugt die Platte durch minimale, rotierende Bewegungen Vibrationen, die sich auf seinen Körper übertragen.
Der Clou: Als Reaktion auf die Vibrationsreize ziehen sich die Muskeln viele Tausend Mal pro Minute zusammen – und zwar reflexartig ohne bewusstes Zutun der Person. Laut Hersteller können so nahezu 100 Prozent der Körpermuskulatur angesprochen werden – während beim konventionellen Muskeltraining nur 40 aktiviert werden. Profitieren soll davon vorallem die tiefer liegende Muskulatur, etwa im Rücken. Dabei hängt die Wirkung des Trainings stark von der (einstellbaren) Frequenz und Intensität der Vibrationen ab. Niedrigere Frequenzen eignen sich gut für Krafttraining, höhere dagegen für Massagen.
Außer Muskelstärkung und mehr Beweglichkeit sind noch weitere Effekte des VibroGym-Trainings belegt. So stieg laut Hersteller nach dem Gebrauch des Gerätes VibroGym Professional der Stoffwechsel der Trainierenden um durchschnittlich 21,9 Prozent, und sie verbrauchten pro Tag im Mittel 357 Kalorien mehr. Ihr Blutdruck senkte sich – und die Knochendichte der Hüfte nahm um 1,51 Prozent zu. Man nimmt daher an, dass Training auf dem VibroGym dabei hilft, Osteoporose vorzubeugen. Allerdings: Ganz ohne Anstrengung kommt man auch mit der Rüttelplatte nicht davon. Zwar dauert ein komplettes Training nur zehn Minuten. Doch die sind enorm schweißtreibend!
Infos unter:
www.vibrogymdeutschland.de
Zwei Ansätze
Beim Vibrationstraining gibt es unterschiedliche Systeme. Beim VibroGym vibriert die Trittfläche vertikal – beim Konkurrenz-Gerät „Galileo“ dagegen zusätzlich seitlich. Durch diese patentierte „seitenalternierende“ Bewegungsform werden laut Hersteller die Beuger- und Streckermuskulatur der rechten und linken Körperhälfte abwechselnd und gegenläufig stimuliert. So sollen sich raschere und effektivere Erfolge einstellen. Sicher ist, dass durch die zusätzlichen Seitwärtsbewegungen Vibrationen des Kopfes vermieden werden.
Infos unter:
www.galileo2000.de


