

- Neues Zuhause am Potsdamer Platz: Pfizer
PFIZER IN BERLIN
Seit Oktober ist die Hauptstadt um ein namhaftes Unternehmen der Pharma-Branche reicher. Da nahmen rund 500 Mitarbeiter der neuen Pfizer-Deutschland-Zentrale ihre Arbeit auf. Der Großteil der Arbeitsplätze war von Karlsruhe nach Berlin verlegt worden. „Berlin und Berlin-Brandenburg haben sich zum wichtigsten Zentrum der Medizin und der Gesundheitswirtschaft in Deutschland entwickelt“, erklärte Pfizer-Deutschland-Chef Dr. Andreas Penk. Zu den nach Berlin verlegten Bereichen zählt auch die klinische Forschung.

- 35 Tonnen schwer: Anlieferung des Sieben-Tesla-MRT im- September 2008
STARKES FELD
Am Berliner Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) entsteht derzeit ein Magnetfeldtomograph (MRT) mit einer maximalen Magnetfeldstärke von sieben Tesla. Das entspricht der 140.000-fachen Stärke des Erdmagnetfeldes.
Bisher werden derartige Ultra-Hochfeld-MRT fast ausschließlich für Gehirn-Aufnahmen genutzt. Am MDC möchte man die Technik nun für extrem hoch aufgelöste Ganzkörperaufnahmen nutzen. Die dabei erhaltenen Einblicke in kleinste Strukturen des Körpers könnten auch neue Erkenntnisse etwa zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Krebs ermöglichen. 2009 soll die Erprobung des neuen MRT beginnen. Um die Umgebung vor den hohen Magnetfeldstärken abzuschirmen, wird das Gerät mit einem Käfig aus 230 Tonnen Stahl abgeschirmt.
NEWS-TICKER
Preise in oder aus Berlin: Im September ging der mit 50.000 Euro dotierte Erwin-Schrödinger-Preis 2008 an ein Forschungs-team des Berliner Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin. Die Forscher um Prof. Erich E. Wanker haben -eine Technik entwickelt, mit der sie an einem Schaltplan der Eiweiß-Eiweiß-Wechselwirkungen arbeiten. Das Wissen soll das Verständnis der- Krankheiten mehren und bei der- Entwicklung neuer Medikamente helfen.
+++ Ebenfalls mit 50.000 Euro dotiert ist der jährlich vergebene Ernst Schering Preis, den die in Berlin ansässige Schering Stiftung im Oktober an den in Boston forschenden Prof. Klaus Rajewsky verlieh. Der 72-jährige, immer noch aktive Forscher hatte eine Methode entwickelt, mit der es möglich ist, Mäuse gezielt genetisch zu verändern. Solche Tiere dienen Wissenschaftlern als Modellorganismen, zum Beispiel, um Krankheitsmechanismen zu studieren.

- Immer rascher und billiger zu entziffern: die DNA
GENOM-LESEN IMMER SCHNELLER
Der Gentest ist Routine – bei Vaterschaftstests ebenso wie in der Medizin oder bei der Verbrechensaufklärung. Dabei konzentriert sich die Analytik allerdings lediglich auf einen kleinen Ausschnitt des Erbguts. Die gesamten rund drei Milliarden Basenpaare des kompletten menschlichen Erbguts zu entziffern ist dagegen sehr aufwendig. Das Humangenomprojekt benötigte dafür noch etliche Jahre und 300 Millionen Dollar. Doch das ändert sich. Anfang November stellte das Fachblatt Nature die Genome zweier Menschen vor. In einem Fall hatte die Analyse nur noch acht Wochen und 100.000 Dollar gekostet.

- Bei einem Herzinfarkt kann jede Minute zählen
TOD DURCH INFARKT: BRANDENBURG VORN
Unter allen Bundesländern verzeichnete Brandenburg 2006 die höchste Sterbeziffer in Sachen Herzinfarkt. Konkret verstarben in dem Flächenstaat von 100.000 Einwohnern 106 an einem solchen Ereignis. Die Zahl ist Teil des „Herzberichts 2007“, den Dr. Ernst Bruckenberger im Oktober vorstellte.
Die wenigsten herzinfarktbedingten Todesfälle hatte dagegen Berlin mit 23. Der Bundesdurchschnitt betrug 73. Der Unterschied zwischen Berlin und Brandenburg hat offenbar nicht nur etwas mit der Altersverteilung in der Bevölkerung zu tun. So liegt Bruckenberger zufolge Berlin auch in der „altersbereinigten“ Erhebung noch immer 66 Prozent unter dem bundesweiten Sterbeziffer-Durchschnitt, Brandenburg dagegen darüber. Nach Landkreisen aufgeschlüsselt, schnitten vor allem Ostprignitz-Ruppin und Spree-Neiße schlecht ab. Nur der Landkreis Schönebeck in Sachsen-Anhalt besaß eine höhere Herzinfarkt-Sterbeziffer.
Insgesamt stellt Bruckenberger in seinem Herzbericht aber einen stetigen Rückgang der Todesfälle fest. So seien 2006 bundesweit knapp 60.000 Menschen an einem akuten Herzinfarkt verstorben. Das waren 10,9 Prozent weniger als noch 1995.
"GRÜNE DAMEN" SUCHEN UNTERSTÜTZUNG
Der ehrenamtliche Besuchsdienst der Charité-Universitätsmedizin Berlin sucht Verstärkung. Gesucht werden hilfsbereite und einfühlsame Menschen, die Lust und Zeit haben, Kranke aufzusuchen, um für diese Besorgungen zu machen, mit ihnen spazieren zu gehen, oder einfach, um sich mit ihnen zu unterhalten. Insbesondere die Charité-Campus Mitte, Virchow-Klinikum und Benjamin Franklin suchen derzeit Verstärkung für ihre „grünen Damen“. Der Name rührt von den grünen Kitteln, den die freiwilligen Helfer(innen) typischerweise tragen. In Deutschland gibt es derartige Unterstützung für das reguläre Klinikpersonal seit dem Ende der 1960er Jahre.


