Spezial 2
Mangelernährung

Neue Ideen für GEN-FOOD

Pflanzen mit mehr Vitaminen, weniger schädlichen Fettsäuren, ohne Coffein? Alles eine Frage der Gene. Und damit ein Fall für die GentechnikerPflanzen mit mehr Vitaminen, weniger schädlichen Fettsäuren, ohne Coffein? Alles eine Frage der Gene. Und damit ein Fall für die Gentechniker

Werden gentechnisch veränderte Pflanzen die gewünschte Eigenschaft haben? Eine erste Antwort liefern die Versuche im Gewächshaus

Gen-Food ist nicht sonderlich beliebt bei den Bundesbürgern. Die meisten denken dabei allerdings an jene gentechnischen Veränderungen, die Pflanzen wie Mais oder Soja resistent machen sollen, zum Beispiel gegen Insekten. Doch es sind auch andere Eingriffe denkbar. Wie etwa wäre es mit Tabak, der kein Nicotin enthält? Mit Kaffeebohnen ohne Coffein? Mit Orangen, die mehr Vitamin C mitbringen? Oder mit Ölpflanzen, deren Öl durch ein gesundes Fettsäureprofil besticht?

In vielen Labors wird längst an dieser „zweiten Generation“ gentechnisch veränderter Pflanzen geforscht. Sie hat nicht mehr den Pflanzenschutz und damit den Landwirt im Auge, sondern den Nutzen des Endverbrauchers. Schließlich ist nicht alles, was die Natur bereitstellt, für den Menschen wirklich perfekt. Beispiel Raps. Dessen Öl wurde erst genießbar und fand breite Verwendung in der Lebensmittelindustrie, als Züchter Sorten schufen, die kaum Erucasäure und Glucosinolate enthielten. Anders als vor 30 Jahren sind gelbe Rapsfelder daher heute ein vertrauter Anblick.

Was beim Raps durch konventionelle Züchtungsmethoden gelang, versuchen Forscher heute durch gezielte gentechnische Veränderungen zu beschleunigen. Durch das Einschleusen geeigneter Gene bringen sie Reispflanzen beispielsweise dazu, die Vitamin-A-Vorstufe Beta-Carotin zu produzieren. Die Schöpfer wollen mit diesem „Golden Rice“ den in manchen Weltregionen verbreiteten Vitamin-A-Mangel bekämpfen.

Nicht immer versuchen Forscher, eine Pflanze einen ihr fremden Inhaltsstoff produzieren zu lassen. Andere Ansätze zielen darauf, eine ohnehin ablaufende Synthese zu verstärken oder auch zu unterbinden. So sind etwa Tomaten mit deutlich mehr Folsäure denkbar. Oder Salat und Mais mit mehr Vitamin C, Soja mit mehr Vitamin E, Ölpflanzen mit mehr gesunden (und weniger ungesunden) Fetten. Bei Kaffee arbeiten Forschergruppen hingegen daran, die Coffein-Synthese zu blockieren. Diese Blockade von Synthesewegen eröffnet prinzipiell auch die Chance, allergene Inhaltsstoffe zu beseitigen. Entsprechende Versuche finden bei Erdnüssen, Reis, Soja oder Äpfeln statt.

Die meisten all dieser Ansätze haben derzeit noch Versuchsstatus. Bei vielen Lebensmitteln spielt Gentechnik dennoch längst eine wichtige Rolle. Etwa dort, wo Enzyme für das Eindicken von Milch, für den Backprozess, die Alkoholgewinnung oder für die Umwandlung von Stärke in Zucker sorgen. Solche Enzyme werden heute vielfach von gentechnisch modifizierten Mikroorganismen hergestellt. Sie sind reiner und günstiger, und sie schonen natürliche Ressourcen, aus denen sie sonst erzeugt werden müssten. Außerdem lassen sich die Eigenschaften dieser Enzyme gentechnisch optimieren. Zum Beispiel so, dass ein bestimmter Prozess auch bei einer niedrigeren Temperatur erfolgen und somit Heizenergie einsparen kann.

Infos unter: Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.transgen.de        

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