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Kalte Flammen für die Haut

Ferdinand Braun Institut / Schurian Comding
Das Ferdinand-Braun-Institut

Eine Mikrowellen-Plasmaquelle des Berliner Ferdinand-Braun-Instituts für Höchstfrequenztechnik (FBH) könnte zu einem wichtigen Werkzeug bei der Behandlung von Hauterkrankungen wie Schuppenflechte oder Akne werden.
Das Gerät ist in der Lage, die Umgebungsluft direkt an der Hautoberfläche in einen Plasmazustand zu bringen – eine kalte Flamme also, die Sauerstoff- und Stickstoffmoleküle so anregt, dass diese zu Stickstoffmonoxid (NO) reagieren.

Dieser Substanz wird ein positiver Einfluss auf den Heilungsprozess der Hautzellen bescheinigt. Weil NO instabil ist, ist das Plasma als kontinuierlicher NO-Lieferant wichtig. Das Besondere am FBH-Gerät ist, dass es das Plasma bei normalem Umgebungsdruck erzeugt.

Mehr Informationen auf Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.fbh-berlin.de

Engere Zusammenarbeit

Patientenüberwachung per Mobilfunknetz

Die medizinische Fernüberwachung (Telemedizin) spielt gerade bei der Betreuung herzkranker Patienten eine zunehmend wichtige Rolle. Auf diesem Gebiet wollen der Mannheimer Telemedizindienstleister und der Berliner Hersteller von Herzschrittmachern, Biotronik, künftig noch enger zusammenarbeiten.
Das haben beide Unternehmen Ende Juli vereinbart. Der Fokus werde zunächst vor allem „auf der telemedizinischen Betreuung herzinsuffizienter Patienten liegen, bei denen durch ein engmaschiges Monitoring der Implantat- und Vitalparameter eine Verschlechterung des Gesundheitszustands frühzeitig erkannt werden kann“, hieß es. Ärzte können dazu über eine gesicherte Website im Internet jederzeit und von jedem Ort aus den Status ihrer Patienten und von deren Implantaten überwachen. Diese „tagesaktuelle Fernbeobachtung“ eröffne „neue Möglichkeiten in einem auf Prävention ausgerichteten Therapiemanagement“, teilten beide Unternehmen mit.
Mehr Informationen auf Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.biotronik.com, Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.vitaphone.de

News-Ticker

+++ Das Projekt „FONTANE – Gesundheitsregion Nordbrandenburg“ der Brahms AG ist einer der zwei Gewinner im Wettbewerb „Gesundheitsregionen der Zukunft“. Damit erhält das Diagnostikunternehmen in Henningsdorf bei Berlin in den kommenden vier Jahren 25 Millionen Euro vom Bundesministerium für Bildung und Forschung.
Damit will Brahms ein mobiles Testsystem für Patienten mit Herzkreislauferkrankungen erproben. Dieses, eingebunden in eine telemedizinische Infrastruktur, soll vor allem in ländlichen Gebieten Hausärzten helfen, um bei ihren Patienten Herzerkrankungen schnell und sicher zu diagnostizieren. Für Nordbrandenburg wird in den kommenden Jahren mit einem weiter steigenden Anteil älterer Menschen gerechnet. +++

Ernst Schering Preis an Stammzellforscher

Arbeitete als Erster an transgenen Mäusen: Rudolf Jaenisch

Prof. Rudolf Jaenisch ist der 18. Träger des Ernst Schering Preises. Der mit 50.000 Euro dotierte Preis wurde dem in den USA forschenden Biochemiker am 22. September in Berlin übergeben. Damit würdigte die Schering Stiftung, die den Ernst Schering Preis seit 2002 vergibt, nach eigener Aussage „die herausragenden Arbeiten auf dem Gebiet der biomedizinischen Forschung“.

Bahnbrechend seien Jaenischs Beiträge zu transgenen Tiermodellen und zum therapeutischen Klonen gewesen. Schon 1974 hatte Jaenisch an genetisch veränderten Mäusen Krankheiten untersucht. Heute beschäftigt er sich vor allem mit Stammzellforschung und dabei insbesondere mit den Möglichkeiten der sogenannten induzierten pluripotenten Stammzellen (iPS-Zellen).

Dabei bekommen normale Körperzellen durch Zusatz bestimmter Substanzen Stammzelleigenschaften. Solche Zellen sind ein Hoffnungsträger für die Therapie bestimmter Krankheiten, und im Gegensatz zu aus Embryonen gewonnenen Stammzellen gelten iPS-Zellen als ethisch deutlich unproblematischer. Der 1942 geborene Jaenisch leitet nach wie vor das von ihm mitgegründete Whitehead Institute for Biomedical Research in Cambridge im US-Bundesstaat Massachusetts.

Mehr Informationen auf: Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.scheringstiftung.de

Tod durch Kreislaufleiden

Herz-Kreislauf-Erkrankungen bleiben weiterhin die mit Abstand häufigste Todesursache in Deutschland. 2008 starben knapp 364.000 Einwohner daran – das waren 43 Prozent aller Todesfälle. In 62.000 dieser Fälle führte dabei ein Herzinfarkt zum Tod. Weitere 25 Prozent erlagen einem Krebsleiden. Krebs war damit die zweithäufigste Todesursache. Am häufigsten handelte es sich dabei um Tumore der Verdauungsorgane. Auf Platz zwei rangieren bei den Männern bösartige Neubildungen der Atmungsorgane, bei den Frauen hingegen Brustkrebs. 1,1 Prozent aller Todesfälle gingen auf Selbstmord zurück.

Grosser Geburtstag

2010 wird die Charité 300 Jahre alt. Doch die umfangreichen Feierlichkeiten zu diesem denkwürdigen Jubiläum haben bereits am 15. Oktober 2009 begonnen. Zum Start gab es auch eine Live-Schaltung zur Internationalen Raumstation (ISS), wo ein neues, an der Charité Universitätsmedizin Berlin entwickeltes Gerät zur Fiebermessung erprobt wurde. Über ein Jahr lang, bis zum Januar 2011, sollen zahlreiche Veranstaltungen ganz im Zeichen des 300-jährigen Geburtstages stehen. Die geschichtsträchtige Einrichtung, die im Oktober 2009 auch Ausrichter des World Health Summit war, hat ihre Anfänge in dem sogenannten Pesthaus, das 1710 vor den Toren Berlins errichtet wurde.

Mehr Informationen unter: Öffnet externen Link in neuem Fenstercharite300.charite.de

Infarktrisiko aus dem Blut?

Fotalia
Steigert zu viel Fetuin-A im Blut das Risiko für Herzinfarkt?

Fetuin-A ist eine Substanz, die üblicherweise von der Leber ins Blut abgegeben wird und dort offenbar vor einer Verkalkung der Gefäße schützt. Schon seit einiger Zeit ist allerdings bekannt, dass hohe Fetuin-A-Konzentrationen im Blut mit einem erhöhten Herzinfarkt- und Schlaganfall-Risiko verbunden sind. Seither gilt das Protein als möglicher Biomarker, mit dessen Messung sich das Risiko für Herz- Kreislauf-Erkrankungen vorhersagen lässt.
Wissenschaftler vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung (DIfE) in Potsdam-Rehbrücke haben nun, gemeinsam mit Forschern aus Tübingen, in weiteren Untersuchungen Hinweise darauf gefunden, dass Fetuin-A nicht nur ein Maß für dieses Risiko ist, sondern, ähnlich dem Cholesterin, sogar selbst eine Ursache für Herzinfarkt oder Schlaganfall sein könnte. Die Forscher untersuchten dazu auch die jeweiligen Gendaten von über 2.500 Teilnehmern der Potsdamer EPIC-Studie, die ganz generell Zusammenhänge zwischen Ernährung und Erkrankungen ermittelt. Bei 214 Teilnehmern war während des Beobachtungszeitraums erstmals ein Herzinfarkt aufgetreten. Dabei stellte sich heraus, dass offenbar auch der genetische Bauplan für das Fetuin-A-Protein Einfluss auf dessen Menge im Blut – und das Infarktrisiko – hat. Nach ihren jüngsten Befunden können sich die Wissenschaftler nun einen neuen Therapieansatz vorstellen: die Senkung des Fetuin-A-Eiweiß- Spiegels im Blut.

Mehr Inforamtionen auf: Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.dife.de