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Neu in Berlin

Seit über 60 Jahren fertigt die Firma Karl Storz im schwäbischen Tuttlingen Medizingeräte. Jetzt hat sie in Berlin die Karl Storz Solutions gegründet – eine Tochtergesellschaft, die Kliniken in aller Welt einen ganz besonderen Service bietet.

Geräte, um in den Körper zu blicken. Diese Vision hatte Dr. Karl Storz, als er 1945 sein Unternehmen gründete und zunächst Instrumente für die Hals-, Nasen- und Ohrenärzte baute. Über 60 Jahre später gehört das Unternehmen Karl Storz zu den weltweit führenden Anbietern von Endoskopen. Von jenen Geräten also, mit denen Ärzte in den Körper blicken – und dabei sogar Operationen durchführen. Die minimal-invasive (Schlüsselloch-)Chirurgie etwa, die für die Patienten besonders schonend ist, wäre ohne leistungsstarke Endoskope nicht denkbar.

Hauptsitz des Familienunternehmens ist seit jeher das baden-württembergische Tuttlingen. Doch als sich das Unternehmen 2008 entschied, eine neue Tochtergesellschaft zu gründen, die den Kunden einen ganz besonders umfassenden Komplett-Service bieten möchte, da fiel die Wahl auf die deutsche Hauptstadt. „Karl Storz hatte in Berlin ohnehin schon eine Vertriebsniederlassung, und außerdem haben wir hier auch ein Pilotprojekt für einen mobilen Service gestartet, da passte es gut, hier nun auch mit einer eigenen Gesellschaft vertreten zu sein“, erlärt Dr. Matthias Hondl, Geschäftsführer der Karl Storz Solutions GmbH in Berlin.

Das modular aufgebaute Produkt OR1™ sorgt für eine optimale Ausstattung von OP-Sälen. Auch Videokonferenzen mit zugeschalteten

Solutions – Lösungen. Genau die möchte der Hauptstadt- Ableger des Tuttlinger Konzerns anbieten. Und zwar Komplettlösungen, maßgeschneidert für jeden Kundentyp, egal ob einfache HNO-Arzt-Praxis oder Großklinik. „Ursprünglich ist Karl Storz als Anbieter einzelner Produkte aufgetreten“, erklärt Hondl. Doch seit einigen Jahren beobachte man am Markt eine zunehmende Nachfrage nach umfangreicheren Lösungen. Eine erste Antwort darauf war vor einigen Jahren der OR1™ (OR: Operation Room) – eine integrierte Ausstattung für den OP-Saal. Also nicht mehr nur Endoskope von Karl Storz, sondern gleich auch noch OP-Tische, Leuchten und Deckeneinheiten mit beweglichen Gelenkarmen. Über 3.000 Mal wurde der OR1 bereits verkauft. „Mit der neuen Gesellschaft gehen wir noch einen Schritt weiter“, so Hondl.

So biete Karl Storz Solutions auf Wunsch bereits im Vorfeld eines Klinik-Um- oder -Aufbaus das Erstellen ganzer Konzepte für die entsprechende Ausstattung. Dafür nutzt das Unternehmen spezielle Softwareprogramme seines Partners MedPlan, mit denen sich beliebige Szenarien für den Praxis- oder Klinikbetrieb durchspielen lassen, bis hin zu Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen. Da lässt sich dann zum Beispiel die Gestaltung der Abläufe ermitteln, die nötig ist, um einen bestimmten Patientendurchsatz realisieren zu können. „Und wir können auch herleiten, wie viele OP-Säle für eine bestimmte Bettenzahl sinnvoll sind, bis hin zu deren genauer Ausstattung und zum Personalbedarf“, so Hondl.

Weltweit führend

Aus den ersten Geräten für HNO-Ärzte ist inzwischen ein umfangreiches Produktsortiment geworden. Allein für die Human- und Tiermedizin hält Karl Storz über 8.000 Produkte rund um die Endoskopie bereit; hinzu kommen weitere optische Geräte für Anwendungen außerhalb der Medizin. Das Unternehmen gilt als Weltmarktführer bei Endoskopen für die minimal-invasive Chirurgie. Weltweit beschäftigt Karl Storz 4.800 Mitarbeiter, davon 2.000 am Stammsitz im schwäbischen Tuttlingen. Die Herstellung hochpräziser optischer Geräte erfordert auch heute noch bestimmte manuelle Arbeitsschritte – und damit auch Mitarbeiter mit besonderen handwerklichen Fertigkeiten. So sind im Tuttlinger Werk auch Feinoptiker, Chirurgiemechaniker oder Mechatroniker beschäftigt. Seit 1996 wird Karl Storz von Dr. Sybill Storz geleitet, der Tochter des Unternehmensgründers Dr. Karl Storz. 2008 betrug der Umsatz rund 900 Millionen Euro.

Und diese Ausstattung liefert Karl Storz Solutions dann auch. Naturgemäß umfasst ein solches Lieferpaket viel mehr mehr als die klassischen Karl-Storz-Geräte, auch mehr als den herkömmlichen OR1. „Wahlweise kann man über uns zum Beispiel auch Anästhesie-Einrichtungen, Ultraschallund radiologische Geräte und vieles mehr beziehen. Um das leisten und realisieren zu können, arbeitet Karl Storz Solutions auch mit vielen anderen Herstellern zusammen. Im Vorfeld sei das viel Arbeit gewesen, räumt Matthias Hondl ein. Ein Aufwand, der sich gelohnt hat. Hondl jedenfalls sieht sein Unternehmen heute als führend an, was das Anbieten derartiger Lösungen aus einer Hand betrifft.

So sieht es aus, wenn Karl Storz Solutions eine Praxis oder OP-Saal-Ausstattung plant

Bei derlei umfassender Kompetenz heißt das für Matthias Hondl, dass seine Mannschaft eine Truppe ausgewiesener Spezialisten auf ihrem jeweiligen Gebiet ist. Von erfahrenen Branchen-Insidern, die sich in Krankenhäusern bestens auskennen, bis hin zu Finanzmarktexperten, die praktikable Finanzierungen erarbeiten. Natürlich weiß derzeit längst nicht jede Klinik oder jede Praxis, die von dem Angebot profitieren könnte, von der Existenz einer Karl Storz Solutions. „Auf manche gehen wir selbst zu, wenn wir von entsprechenden Projektplänen erfahren“, so Hondl. Daneben sei es aber vor allem die Vertriebsmannschaft der Muttergesellschaft, die Kunden vermittle. „Sobald die auf Interesse an einer Komplettlösung stoßen, stellen die den Kontakt zu uns her.“ Da Karl Storz global aktiv ist, ergibt sich auch für Karl Storz Solutions ein weltweites Betätigungsfeld. Derzeit freilich liegt der Schwerpunkt noch auf dem deutschen Markt. Und auf Großbritannien, wo es auch schon rege Nachfrage gebe, so Hondl. 

Mehr Information auf: Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.karlstorzsolutions.com, Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.karlstorz.de