Spezial 2: Alice Salomon Hochschule
Spezial 4: FamilienCampus Lausitz

health+ spezial

Man lernt nie genug – auch im Gesundheitswesen:
Berlin und Brandenburg mischen bei der Ausbildung ganz vorne mit.

Die Vernetzte

Die Wannsee Schule

Will Fachkräfte heranbilden, die wirklich stolz auf ihren (Gesundheits-)Beruf sind: die Wannsee Schule.

An Kontakten mangelt es ihr ganz sicher nicht. Die Wannsee Schule ist mit vielen anderen Lehreinrichtungen vernetzt. Enge Verbindungen bestehen insbesondere zur Hamburger Fernhochschule, zur Evangelischen Fachhochschule Berlin und zur Berliner Alice Salomon Hochschule.
Alle diese Beziehungen pflegt man mit Engagement und Begeisterung. „Für uns ist es eine Herausforderung und ein ständiger positiver Ansporn, mit diesen Hochschulen zusammenzuarbeiten“, sagt Christine Vogler, Leiterin des Ausbildungsbereiches Gesundheits- und Krankenpflege. Besonderen Wert legt man dabei auf die Vermittlung des Berufsethos: „Wir bestärken unsere Auszubildenden darin, wirklich stolz auf ihren Beruf zu sein.“

Die Geschichte der Wannsee Schule geht bis in die 60er Jahre zurück. 1967 wurde der Verein „Zentrale Krankenpflegeschule am Wannsee“ gegründet. Ziel war es, anstelle vieler kleiner interner Krankenpflegeschulen verschiedener Kliniken im Berliner Bezirk Zehlendorf eine zentrale Schule zu errichten.
Zu den Gründungs-Einrichtungen gehörten damals das Behring-Krankenhaus, das Krankenhaus Heckeshorn, das Oskar-Helene-Heim, das Immanuel-Krankenhaus, der ASB-Schwedenpavillon, das Hubertus-Krankenhaus und das Theodor-Wenzel-Krankenhaus.
Im Jahr 1970 fand am Zehlendorfer Wannsee die Grundsteinlegung statt. Zwei Jahre später konnte die Krankenpflegeschule dann eingeweiht werden. Damals setzen 90 Schülerinnen und Schüler aus fünf Berliner Krankenpflegeschulen ihre Ausbildung an der neuen Schule fort.

Die Nachfrage blieb groß – und zwar bis heute. 2009 kamen alleine in der Gesundheits- und Krankenpflege 1835 Bewerber auf nur 80 Plätze. Die Wannsee Schule bietet in diesem Bereich drei Qualifizierungen an: die generalistische Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger, den Fern-Studiengang „Health Care Studies“ und den Studiengang „Bachelor of Nursing“.
„Die Besonderheit unserer generalistischen Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenspezialpfleger ist die komprimierte Ausbildungsdauer über drei Jahre“, erläutert Vogler: „Wir haben diesen Ansatz nach einem erfolgreichen Modellversuch seit 2009 fest bei uns verankert. Hier sind wir ganz klar Vorreiter.“

Parallel und begleitend zur Krankenpflege- Ausbildung besteht die Möglichkeit, im Rahmen eines Fernstudiums an der Hamburger Fernhochschule den „Bachelor of Health Care Studies“ zu erwerben. Ziel dieses noch ganz neuen, seit September 2009 angebotenen interdisziplinären Studiengangs ist es, Fachkompetenzen, die im Berufsalltag des Krankenpflegers erforderlich sind, unter Einbezug von Forschung und Wissenschaft zu vertiefen: Absolventen sollen in die Lage versetzt werden, Ihr Handeln im Berufsalltag wissenschaftlich zu begründen.

Zum Beispiel Jenny Börner. Die Berlinerin befindet sich im zweiten Ausbildungsjahr zur Gesundheits- und Krankenpflegerin an der Wannsee Schule und hat sich für den neuen Fernstudiengang entschieden. „Vom Bachelor verspreche ich mir einen weiteren Blickwinkel und tiefere Einsichten in meinen Beruf“, sagt die Zwanzigjährige. „Außerdem erhöht der Abschluss ganz sicher meine zukünftigen Berufsaussichten. Ich möchte vielleicht später einmal in die Pflegedienstleitung gehen.“

Die Studienunterlagen bekommt Jenny Börner jeweils für ein Semester nach Hause geschickt, wo sie sich den Unterrichtsstoff dann eigenständig aneignet. Am Ende eines jeden Semesters wird in der Wannsee Schule das Wissen in Form von Klausuren abgefragt. Die Abschlussprüfung findet dann nach vier Jahren statt. Praxiserfahrung wissenschaftlich untermauern – das gilt auch für den Ausbildungsgang „Bachelor of Nursing“, den die Wannsee Schule in Kooperation mit der Evangelischen Fachhochschule Berlin anbietet.

Der Abschluss richte sich an ausgebildete Gesundheits- und Krankenpfleger und biete diesen die Möglichkeit, ihre bereits vorhandene Qualifizierung auf noch breitere Grundlagen zu stellen, so Christine Vogler. Konkret sollen die Auszubildenden befähigt werden, sich wissenschaftliche Kenntnisse und methodische, kommunikative, soziale und ethische Fähigkeiten in ihrem Beruf anzueignen. Vogler: „Mit diesem Bachelor werden Gesundheits- und Krankenpfleger zum Beispiel in die Lage versetzt, wissenschaftliche Daten zu erfassen und zu interpretieren oder noch professioneller mit Angehörigen von Patienten zu kommunizieren.“

Intensive Kooperationen mit dem Ziel des Erwerbs eines Bachelor-Abschlusses pflegt die Wannsee Schule auch in den Bereichen Physiotherapie und Ergotherapie. Die 1961 gegründete und später in die Wannsee Schule integrierte Ergotherapieschule kann dabei für sich in Anspruch nehmen, die drittälteste Einrichtung ihrer Art in ganz Deutschland zu sein und zudem ganz maßgeblich an der Entwicklung des Berufsbildes und der Ausbildung mitgewirkt zu haben. Heute können angehende Ergotherapeuten und auch Physiotherapeuten parallel zu ihrer Ausbildung an der Wannsee Schule den Bachelorstudiengang Physiotherapie/Ergotherapie an der Alice Salomon Hochschule (ASH) belegen.

Auch hier geht es darum, das bereits vorhandene Wissen nach dem Vorbild des reflektierenden Praktikers wissenschaftlich zu fundieren und zu erweitern. Derzeit hat die Wannsee Schule 260 Studenten im Bereich Gesundheits- und Krankenpfleger, 120 im Bereich Physio- und 98 im Bereich Ergotherapie. Im Jahr 2008 zählte die Schule 67 Abschlüsse im Bereich Krankenpflege, 40 im Bereich Physiotherapie und 20 im Bereich Ergotherapie.

Mehr Informationen auf: Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.wannseeschule.de